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Ein Opfer aus Liebe – Johanna Dippl -

- aus der Artikelreihe “Wahrhaftige Liebe” -

1. Mose 22, 2 “Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, den Isaak, und ziehe hin in das Land Morija, und opfere ihn dort als Brandopfer auf einem der Berge, den ich dir nennen werde!”

“Nimm deinen Sohn …. und opfere ihn …..” Kaum vorstellbar, was unser liebender Vater hier von Abraham fordert, oder?!

Du musst dir vorstellen, wie glücklich Abraham über die Geburt seines Sohnes Isaak war. Wie viele Jahre hatte er doch auf diesen Augenblick gewartet! Im 1. Mose Kapitel 15 lesen wir, wie der Herr Abraham (zum damaligen Zeitpunkt war sein Name noch Abram) verheißt, dass ER seinen Lohn sehr groß machen wird (weshalb ihm dieser Lohn zur Verheißung wurde, siehst du im vorherigen Kapitel und bedarf jedoch einer gesonderten Lehre).
Der Herr versichert ihm also hier in Kapitel 15, dass ER ihn reich belohnen wird. Daraufhin fragt Abraham, wie ER sich das denn noch vorstelle? Schließlich habe ER ihm bis zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Kinder geschenkt und der einzige Erbe seines Hab und Gutes wird sein in seinem Haus geborener Sklave sein.
Ab Vers 4 lesen wir jedoch die Antwort des Herrn auf Abrahams Hadern:

“Nicht dieser wird dich beerben, sondern der aus deinem Leibe hervorgeht, der wird dich beerben. Und er führte ihn hinaus und sprach: Blicke doch auf zum Himmel, und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst! Und er sprach zu ihm: So zahlreich wird deine Nachkommenschaft sein!”

Kannst du dir vorstellen, was diese Verheißung für Abraham bedeutete? Gott sagt ihm klipp und klar, dass er mit seiner Vermutung völlig daneben liegt. ER versichert ihm, dass kein Fremder und kein Sklave Erbe seines Hauses werden wird sondern sein eigener Sohn. Darüberhinaus sollte es nicht nur bei dem einen – dem Sohn, der sein Fleisch und Blut sein sollte – bleiben! Nein, seine Nachkommen sollten so zahlreich wie die Sterne am Himmel werden! Unzählbar! Wie wir wissen, wurde Abraham 175 Jahre alt. Doch selbst diese Lebensspanne hätte niemals ausgereicht, um eine unzählbare, der Sternenanzahl nahe kommende Nachkommenschaft zu zeugen.

Gott hatte Abraham nicht nur ein einziges Mal verheißen, dass er eine große Nachkommenschaft haben würde. Von dem Augenblick an, als ER ihn aus dem Land seines Vaters nach Kanaan hat ausziehen lassen – Abraham war damals bereits 75 Jahre alt – hat ER stets davon gesprochen, dass ER ihn zu einer großen Nation machen wird. Vom 1. Mose Kapitel 12 bis in das 20. Kapitel hinein sehen wir, dass ER Abraham stets Nachkommen prophezeite. Doch für Abraham war es kaum zu glauben. War er mittlerweile doch bereits 85 Jahre alt und hatte bisher kein einziges Kind zur Welt bringen dürfen. Im 1. Mose Kapitel 11 Vers 30 lesen wir sogar, dass Sarai unfruchtbar gewesen war. Diese Tatsache steigerte nicht gerade die Chance, doch noch Vater zu werden.

Zehn Jahre waren also seither ins Land gegangen und nachdem sich die beiden mittlerweile in einem ansehnlichen Alter befanden, hatte Sarai die Idee, sie müsse Gott doch ein wenig nachhelfen. So schlug sie Abraham vor, doch mit ihrer Magd, der Ägypterin Hagar, ein Kind zu zeugen. Er ging auf diesen Vorschlag ein und wurde mit 86 Jahren Vater von Ismail. Hatte er zwar nun einen Sohn gezeugt, so war es dennoch nicht der, den Gott ihm verheißen hatte und der von Sarai hätte geboren werden sollen. Weißt du, Sarai dachte wahrscheinlich, Gott würde es alleine nicht schaffen. Denn möglicherweise hatte ER sich ja geirrt …. ja, ER musste sich geirrt haben. Denn seit der ersten Verheißung, dass Abraham Nachkommen haben werde, waren ja nunmehr bereits zehn Jahre vergangen ……

13 Jahre später – Abraham war also inzwischen 99 Jahre alt – erschien ihm der Herr ein weiteres Mal. Im 1. Mose Kapitel 17 kannst du lesen, wie Gott Abraham eröffnet, dass ER einen Bund mit ihm schließen und dass Sarai, seine Frau, ihm einen Sohn gebären wird. Er konnte das kaum fassen. War er doch fast schon 100 und Sarai 90 Jahre alt! Es wäre ihm lieber gewesen, Ismail wäre der Auserwählte vor Gott. Doch dieser hielt an seiner Verheißung fest. Sarai würde einen Sohn gebären und sie würden ihm den Namen Isaak geben. Mit ihm würde ER seinen Bund aufrichten.
Obwohl Gott dem Abraham bereits schon einige Male verheißen hatte, dass seine Frau einen Sohn zur Welt bringen würde, erschien ER ihm kurze Zeit später sogar abermals – diesmal jedoch in Menschengestalt. ER präzisierte seine Aussage und sprach zu ihm, dass Isaak genau ein Jahr später zur Welt kommen würde.

Wie wir wissen, ist Gottes Wort unumstößlich. So brachte Sarai (ihr Name war mittlerweile von Gott auf Sara geändert worden) nach einem Jahr ihren Sohn Isaak zur Welt. Es war kaum zu glauben – nach 25 Jahren konnten sie endlich ihr lang ersehntes Kind in den Armen halten! Und obwohl er bereits Ismails Vater war, war Isaak doch der einzige Sohn, den Abraham wirklich lieb hatte.

Jahre später dann diese Anweisung des Herrn:

1. Mose 22, 2 “Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, den Isaak, und ziehe hin in das Land Morija, und opfere ihn dort als Brandopfer auf einem der Berge, den ich dir nennen werde!”

Vom Natürlichen her kaum zu glauben. Immer und immer wieder hatte Gott Abraham versprochen, dass ER ihm einen Sohn schenken werde. Und nun, nachdem dies nach so vielen Jahren endlich zur Realität geworden war, da prüfte Gott ihn auf solch Art und Weise? Wie viele von uns hätten wohl gedacht “das kann niemals Gott sein, der da zu mir spricht!”? Doch weißt du, was Abraham getan hat? Im 1. Mose 22, 3 können wir es lesen. Es heißt hier “da machte sich Abraham früh am Morgen auf ….” Was für Gefühle werden wohl in ihm aufgestanden sein? Verzweiflung, Trauer, Angst, Ungewissheit …. Fragen über Fragen – warum nur?? Seine Frau Sara ließ er scheinbar in Unwissenheit. Was muss das für ein Gefühl gewesen sein ….. zu sehen, wie sich das Kind von der Mutter verabschiedet und “Auf Wiedersehen” sagt? Ein Wiedersehen, dass es in diesem Fall gar nicht mehr geben sollte. Doch Abraham vertraute Gott und tat ohne Widerrede das, was ER ihm aufgetragen hatte. In ganzem Vertrauen sprach er zu seinen Knechten, dass er mit seinem Sohn wieder zurückkehren würde.

In Kapitel 22 kannst du die ganze Begebenheit lesen. Du siehst hier, wie Abraham selbst das Holz in die Hände seines Jungen gab. So trug sich Isaak selbst das Holz, das später als Feuer für das Brandopfer entzündet werden sollte. Wer weiß, welch Liebe Gott einem Menschen für seine Kinder schenkt, der wird die Vorstellung dieses Vorfalls kaum ertragen. Weißt du, Isaak war kein kleines Baby mehr. Er ging selbst den Berg hinauf, trug das Holz und fragte seinen Vater, wo denn das Schaf für das Brandopfer sei.

Gefühle oder nähere Einzelheiten werden in diesem Kapitel nicht erwähnt. Doch ich kann mir kaum vorstellen, dass Isaak sich ohne Wenn und Aber festbinden und als Opfer auf das Holz legen ließ. Selbst Jesus bat den Vater kurz vor seiner Kreuzigung, dass der Kelch doch an ihm vorbeigehen möge, wenn dies möglich sei.
Abraham musste seinen Sohn bei lebendigem Leib vor sich legen und letztendlich das Messer aufziehen, um ihn für Gott zu schlachten.

Nachdem Gott nun erkannt hatte, dass Abraham nicht einmal seinen einzigen Sohn, den er lieb hatte, verschonen würde, rief  ER ihm zu, er solle ihm kein Haar krümmen. ER habe Abrahams Ehrfurcht vor Gott erkannt und gab ihm daraufhin anstelle Isaaks einen Widder zum Brandopfer. Warum verlangte Gott, Abraham solle gerade Isaak mit auf den Weg nehmen? Ausgerechnet ihn, auf den er so lange gewartet hatte und den er so sehr liebte? Ja, gerade diese große Liebe machte dieses Opfer erst zu einem wahren Opfer vor dem Herrn!

Im ersten Moment denken wir vielleicht: war das denn Liebe? Warum hat Gott Abraham so schrecklich geprüft? Warum hat ER ihn in solch einer Ungewissheit gelassen und in der Angst, seinen Sohn selbst schlachten zu müssen? Warum hat ER diesem Jungen solch ein Erlebnis angetan? Heute würde man zu recht sagen, diesen Schock würde kein Kind verkraften!

Nun, Gottes Gedanken sind höher als unsere! Im Gegensatz zu uns sieht unser allmächtiger, liebender Vater immer das Ganze – nicht nur die Momentaufnahme! Momentaufnahmen verleiten uns dazu, oft fleischlich und “logisch” zu reagieren. Die Liebe müsste ja so und so sein. Die Liebe tut dies nicht – die Liebe sagt das nicht. Aber ich sage dir: die Liebe tut all die Dinge, die denen, die Gott lieben, das Heil bringen!!! Ob sich unsere seelischen Gefühle damit in Einklang bringen lassen oder nicht.

Fakt ist: Wäre Abraham nicht bereit gewesen, Isaak zu opfern, hätte das für uns wahrscheinlich fatale Folgen haben können. All dies war ein Teil des Heilsplans unseres Vaters! Isaak war ein Typus für Jesus. Denn wir dürfen niemals vergessen, dass Jesus Gottes Sohn war. Der Eine, den Gott für uns – für dich und mich – als Opferlamm gab, um uns zu erretten! IHN konnte keiner aufhalten. IHM rief keiner zu “STOP – tu das nicht!” Nein, ER gab seinen Sohn – AUS LIEBE!!!

Eure Johanna

 


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